Venen
leisten Schwerstarbeit
Unser Blutkreislauf ist ein Transportsystem, mit dessen
Hilfe Sauerstoff und Nährstoffe in alle Teile des Körpers
transportiert werden. Der Rücktransport zum Herz erfolgt durch die
Venen.
- Pumpe bzw. Motor, der den Blutkreislauf in
Gang hält, ist das Herz. Es pumpt mit großer Kraft das Blut in die
Adern. Dort herrscht daher ein hoher Blutdruck. Je weiter die Adern
vom Herzen weg liegen, desto geringer ist dort der Blutdruck. Dieser
geringe Druck reicht nicht mehr aus, das Blut gegen die Schwerkraft!
zum Herz zurück zu transportieren.
- So hat sich die Natur einige Tricks
einfallen lassen, um den Blutrückfluss zu erleichtern: die
Venenklappen und die Muskelpumpe.
Venenklappen
Die Venenklappen sind Rückflussventile, die
das Blut nur in Richtung Herz, nicht aber zurück fließen lassen. In
den Beinen verhindern sie, dass das Blut nicht wieder bis in den
Knöchel absackt.
Muskelpumpe
Die meisten Venen sind in Muskeln
eingebettet. Diese ziehen sich bei Bewegung zusammen, werden dicker
und drücken so die Venen zusammen. Das Blut in den Beinen wird
automatisch nach oben "gedrückt".
Venenerkrankungen
Funktionieren Muskelpumpe und
Venenklappen nicht mehr, staut sich das Blut an der tiefsten Stelle:
in den Beinen. Dort sind die Venen prall gefüllt, das Blut drückt
gegen die Venenwände. Die Beine fühlen sich dick, schwer und müde an.
- Die Beinvenen werden überdehnt, leiern aus
und formen dicke, geschlängelte unschöne Krampfadern.
- Im Knöchelbereich geben die Venenwände
schließlich nach und werden porös.
- Das Venenleiden hat begonnen.
Folgen der Venenerkrankungen:
Thrombose und Embolie
- Durch den Blutstau in den Beinen und evtl.
Schäden an den Gefäßwänden treten Blutgerinnungsstörungen auf. Im
Bereich der Venenklappen bilden sich Thromben (Blutgerinnsel). Die
Venen werden verengt, das Blut kann noch schlechter zum Herzen
zurückfließen, der Blutstau wird weiter verstärkt.
- Lebensgefährlich kann es werden, wenn sich
ein Thrombus von der Venenwand löst und mit dem Blut weggeschwemmt
wird. Er könnte ein Blutgefäß in Herz oder Lunge verstopfen, wodurch
ein ganzes Areal nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird.
Ödeme / chronisch-venöse Insuffizienz /
offenes Bein Ausgeleierte Venenwände, nicht
schließende Venenklappen und die Verengung durch Thromben fördern den
Rückstau des Blutes. Der Druck in den Venen wird sehr hoch. Das wirkt
sich auf die hauchdünnen Kapillaren aus. Hier werden Sauerstoff und
Nährstoffe gegen Kohlendioxid und Abfallprodukte ausgetauscht.
Normalerweise gelangt genau so viel Wasser aus den Kapillaren ins
Gewebe wie aus dem Gewebe zurück in die Kapillaren. Ist der Druck in
den Venen zu hoch, tritt mehr Wasser ins Gewebe ein, es entsteht ein
Ödem, die Beine werden dicker.
- Durch das viele Wasser im Gewebe können die
Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt
werden. Hinzu kommt, dass sich durch den Rückstau in den Kaipllaren
der Venen mehr verbrauchtes und sauerstoffarmes Blut befindet. Durch
die schlechte Versorgung "ersticken" die Zellen. Sie werden
funktionsunfähig und sterben ab. Dadurch kommt es zu Entzündungen der
Haut oder zum "offenen Bein" (Ulcus cruris).
Venenentzündungen Venenentzündungen verlaufen in der
Regel schmerzhaft. Wie kommt es dazu?
- Entzündungen beginnen immer als natürliche
Abwehrreaktionen des Körpers auf irgendwelche Schäden. So können z.B.
durch zu großen Druck auf die Venenwände einzelne Bindegewebefasern
reißen. Die beschädigten Fasern sollen nun möglichst abgebaut und
durch neue ersetzt werden. Bei den "Aufräumarbeiten" passiert es oft,
dass der vom Körper eingesetzte "Aufräumdienst" auch gesunde
Strukturen angreift. Die Reaktion entgleist. Es entsteht eine
unkontrollierte Entzündung, die mehr schadet als nutzt. Viele gesunde
Fasern werden zerstört. Das führt zum Ausleiern der Venenwände. In den
erweiterten und geschlängelten Venen fließt das Blut nicht mehr
gleichmäßig, bildet Wirbel und prallt gegen die Venenwände. Diese
werden gereizt, das führt zu neuen Entzündungen.
- Eine Venenentzündung gehört in ärztliche
Behandlung.
Die "3-Säulen"
Behandlung
Kompression
- Kompressionstherapie ist die wichtigste
Säule in der Therapie!
- Ein Kompressionsverband oder -strumpf legt
sich wie eine sehr starke zweite Haut um das Bein. Dem Blutstau in den
Beinen wird ein Widerstand entgegengesetzt. Die erweiterten Gefäße
werden zusammengedrückt. Die Venenklappen, die noch funktionieren,
können ihre Arbeit wieder aufnehmen. Der erhöhte Druck in den
Kapillaren lässt nach, also tritt nicht mehr so viel Wasser ins Gewebe
aus. Die Ödeme gehen zurück. Das Gewebe kann wieder mit Sauerstoff
versorgt werden. Wunden und Ekzeme können heilen.
- Wichtig: die Strümpfe müssen regelmäßig
getragen werden, auch und gerade, wenn es warm ist!
- Fragen Sie uns nach atmungsaktiven
Mikrofaserqualitäten in modischen Farben!
Bewegung / Gymnastik Grundregel: "Lieber liegen und laufen,
statt sitzen und stehen!"
- Die Wadenmuskulatur muss trainiert werden,
damit die Muskelpumpe das Blut aus den Venen zum Herz transportiert.
- Nutzen Sie jede Gelegenheit zu
Bewegung!
- Wenn Sie eine sitzende oder stehende
Tätigkeit ausüben, unterbrechen ie sie öfters für kleine gymnastische
Übungen.
- Wir haben Tipps zum Thema Gymnastik für Sie
bereitliegen.
Bevorzugen Sie Ausdauersportarten wie Laufen,
Radfahren oder Schwimmen.
- Verzichten Sie auf Krafttraining.
Medikamentöse
Therapie Zusätzlich zu einer
Kompressionstherapie gibt es Medikamente, die helfen, die offenporigen
Kapillaren "abzudichten". Sie enthalten Aescin, Rutin, rotes Weinlaub
Rosskastanienextrakt oder Zubereitungen aus dem japanische
Perlschnurbaum.
- Wichtig ist eine regelmäßige Einnahme in
empfohlener Dosierung!
- Äußerlich unterstützen können Sie eine
Therapie mit Salben oder Gelen. Sie enthalten ebenfalls o.g.
Wirkstoffe und/oder Heparin.
Und noch ein paar
Tipps: Legen Sie so oft wie möglich die Beine
hoch! So erleichtert man den Rückfluss des Blutes. Stellen Sie auch
das Fußende Ihres Bettes 10cm höher.
- Tragen sie keine einschnürenden
Schuhe!
- Versuchen Sie Ihr Normalgewicht zu
erreichen.
- Trinken Sie viel Mineralwasser, Tee oder
Säfte.
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- Wir beraten Sie gerne
persönlich!
Prospektmaterial liegt in der Apotheke für Sie
bereit.
Ihr Team der Bergischen
Apotheke
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