Dicke, müde, schwere Beine?
 



Venen leisten Schwerstarbeit


Unser Blutkreislauf ist ein Transportsystem, mit dessen Hilfe Sauerstoff und Nährstoffe in alle Teile des Körpers transportiert werden. Der Rücktransport zum Herz erfolgt durch die Venen.
Pumpe bzw. Motor, der den Blutkreislauf in Gang hält, ist das Herz. Es pumpt mit großer Kraft das Blut in die Adern. Dort herrscht daher ein hoher Blutdruck. Je weiter die Adern vom Herzen weg liegen, desto geringer ist dort der Blutdruck. Dieser geringe Druck reicht nicht mehr aus, das Blut gegen die Schwerkraft! zum Herz zurück zu transportieren.
So hat sich die Natur einige Tricks einfallen lassen, um den Blutrückfluss zu erleichtern: die Venenklappen und die Muskelpumpe.

Venenklappen

Die Venenklappen sind Rückflussventile, die das Blut nur in Richtung Herz, nicht aber zurück fließen lassen. In den Beinen verhindern sie, dass das Blut nicht wieder bis in den Knöchel absackt.

Muskelpumpe

Die meisten Venen sind in Muskeln eingebettet. Diese ziehen sich bei Bewegung zusammen, werden dicker und drücken so die Venen zusammen. Das Blut in den Beinen wird automatisch nach oben "gedrückt".

Venenerkrankungen

Funktionieren Muskelpumpe und Venenklappen nicht mehr, staut sich das Blut an der tiefsten Stelle: in den Beinen. Dort sind die Venen prall gefüllt, das Blut drückt gegen die Venenwände. Die Beine fühlen sich dick, schwer und müde an.
Die Beinvenen werden überdehnt, leiern aus und formen dicke, geschlängelte unschöne Krampfadern.
Im Knöchelbereich geben die Venenwände schließlich nach und werden porös.
Das Venenleiden hat begonnen.

Folgen der Venenerkrankungen:

Thrombose und Embolie
Durch den Blutstau in den Beinen und evtl. Schäden an den Gefäßwänden treten Blutgerinnungsstörungen auf. Im Bereich der Venenklappen bilden sich Thromben (Blutgerinnsel). Die Venen werden verengt, das Blut kann noch schlechter zum Herzen zurückfließen, der Blutstau wird weiter verstärkt.
Lebensgefährlich kann es werden, wenn sich ein Thrombus von der Venenwand löst und mit dem Blut weggeschwemmt wird. Er könnte ein Blutgefäß in Herz oder Lunge verstopfen, wodurch ein ganzes Areal nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird.

Ödeme / chronisch-venöse Insuffizienz / offenes Bein
Ausgeleierte Venenwände, nicht schließende Venenklappen und die Verengung durch Thromben fördern den Rückstau des Blutes. Der Druck in den Venen wird sehr hoch. Das wirkt sich auf die hauchdünnen Kapillaren aus. Hier werden Sauerstoff und Nährstoffe gegen Kohlendioxid und Abfallprodukte ausgetauscht. Normalerweise gelangt genau so viel Wasser aus den Kapillaren ins Gewebe wie aus dem Gewebe zurück in die Kapillaren. Ist der Druck in den Venen zu hoch, tritt mehr Wasser ins Gewebe ein, es entsteht ein Ödem, die Beine werden dicker.
Durch das viele Wasser im Gewebe können die Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Hinzu kommt, dass sich durch den Rückstau in den Kaipllaren der Venen mehr verbrauchtes und sauerstoffarmes Blut befindet. Durch die schlechte Versorgung "ersticken" die Zellen. Sie werden funktionsunfähig und sterben ab. Dadurch kommt es zu Entzündungen der Haut oder zum "offenen Bein" (Ulcus cruris).

Venenentzündungen

Venenentzündungen verlaufen in der Regel schmerzhaft. Wie kommt es dazu?
Entzündungen beginnen immer als natürliche Abwehrreaktionen des Körpers auf irgendwelche Schäden. So können z.B. durch zu großen Druck auf die Venenwände einzelne Bindegewebefasern reißen. Die beschädigten Fasern sollen nun möglichst abgebaut und durch neue ersetzt werden. Bei den "Aufräumarbeiten" passiert es oft, dass der vom Körper eingesetzte "Aufräumdienst" auch gesunde Strukturen angreift. Die Reaktion entgleist. Es entsteht eine unkontrollierte Entzündung, die mehr schadet als nutzt. Viele gesunde Fasern werden zerstört. Das führt zum Ausleiern der Venenwände. In den erweiterten und geschlängelten Venen fließt das Blut nicht mehr gleichmäßig, bildet Wirbel und prallt gegen die Venenwände. Diese werden gereizt, das führt zu neuen Entzündungen.
Eine Venenentzündung gehört in ärztliche Behandlung.

Die "3-Säulen" Behandlung

Kompression
Kompressionstherapie ist die wichtigste Säule in der Therapie!
Ein Kompressionsverband oder -strumpf legt sich wie eine sehr starke zweite Haut um das Bein. Dem Blutstau in den Beinen wird ein Widerstand entgegengesetzt. Die erweiterten Gefäße werden zusammengedrückt. Die Venenklappen, die noch funktionieren, können ihre Arbeit wieder aufnehmen. Der erhöhte Druck in den Kapillaren lässt nach, also tritt nicht mehr so viel Wasser ins Gewebe aus. Die Ödeme gehen zurück. Das Gewebe kann wieder mit Sauerstoff versorgt werden. Wunden und Ekzeme können heilen.
Wichtig: die Strümpfe müssen regelmäßig getragen werden, auch und gerade, wenn es warm ist!
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Bewegung / Gymnastik
Grundregel: "Lieber liegen und laufen, statt sitzen und stehen!"
Die Wadenmuskulatur muss trainiert werden, damit die Muskelpumpe das Blut aus den Venen zum Herz transportiert.
Nutzen Sie jede Gelegenheit zu Bewegung!
Wenn Sie eine sitzende oder stehende Tätigkeit ausüben, unterbrechen ie sie öfters für kleine gymnastische Übungen.
Wir haben Tipps zum Thema Gymnastik für Sie bereitliegen.

Bevorzugen Sie Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen.
Verzichten Sie auf Krafttraining.

Medikamentöse Therapie
Zusätzlich zu einer Kompressionstherapie gibt es Medikamente, die helfen, die offenporigen Kapillaren "abzudichten". Sie enthalten Aescin, Rutin, rotes Weinlaub Rosskastanienextrakt oder Zubereitungen aus dem japanische Perlschnurbaum.
Wichtig ist eine regelmäßige Einnahme in empfohlener Dosierung!
Äußerlich unterstützen können Sie eine Therapie mit Salben oder Gelen. Sie enthalten ebenfalls o.g. Wirkstoffe und/oder Heparin.

Und noch ein paar Tipps:
Legen Sie so oft wie möglich die Beine hoch! So erleichtert man den Rückfluss des Blutes. Stellen Sie auch das Fußende Ihres Bettes 10cm höher.
Tragen sie keine einschnürenden Schuhe!
Versuchen Sie Ihr Normalgewicht zu erreichen.
Trinken Sie viel Mineralwasser, Tee oder Säfte.
 
 

Wir beraten Sie gerne persönlich!
Prospektmaterial liegt in der Apotheke für Sie bereit.

Ihr Team der Bergischen Apotheke
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