GEGENSPIELER

Lebensmittel contra Pillen

 

Wussten Sie schon, dass manche Lebensmittel die Wirkung von Arzneien verstärken oder abschwächen können? Manche Kombinationen können sogar zu gefährlichen Nebenwirkungen führen!

Wichtige Beispiele:

  1. Grapefruit oder Grapefruitsaft verursachen gefährliche Nebenwirkungen, wenn man gleichzeitig bestimmte Medikamente einnimmt, die die Blutfettwerte senken. Dazu gehören die "CSE-Hemmer": Atorvastatin (Sortis®), Fluvastatin (Cranoc®, Locol®), Lovastatin (Mevinacor®), Pravastatin (Liprevil®, Mevalotin®, Pravasin®) und Simvastatin (Denan®, Zocor®).

    Wechselwirkungen treten außerdem auf bei gleichzeitiger Einnahme von Grapefruit(saft) mit "Calciumantagonisten", die z.B. gegen hohen Blutdruck eingesetzt werden. Hierzu gehören z.B. Amoldipin (Norvasc®), Felodipin (Modip®, Munobal®), Nifedipin (Adalat®), Nisoldipin (Baymycard®) oder Nitrendipin (Bayotensin®, Nitregamma®).

    Das Antiallergikum Terfenadin (Teldane®) wurde wegen dieser Wechselwirkung bereits aus dem Handel genommen. Es gibt aber noch einige Generika unter dem Namen Terfenadin als verschreibungspflichtige Medikamente auf dem Markt.

  2. Milch und Milchprodukte (Käse, Milch, Quark, Joghurt)

    Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Eisen, Zink, Fluor...)

    Achtung bei gleichzeitiger Einnahme mit folgenden Antibiotika:

    "Tetracyclin – Antibiotika": z.B. Tetracyclin (Tefilin®), Doxycyclin (Azudoxat®, Clinofug®), Minocyclin (AknePuren®, Klinomycin®, Lederderm®, Skid®)

    "Gyrasehemmer": z.B. Ciprofloxacin (Ciprobay®), Norfloxacin (Barazan®, Firin®), Ofloxacin (Tarivid®), Peflocacin (Peflacin®)

    Man muss aber nicht gänzlich auf Milch oder die anderen oben genannten Lebensmittel und Mineralstoffe verzichten: 1 Stunde vor und 2 Stunden nach Antibiotika-Einnahme ist der Genuss möglich!

    Ursache: Die oben genannten Antibiotika bilden mit dem Calcium der Milch oder anderen Mineralstoffen große unlösliche chemische Komplexe, die gar nicht ins Blut aufgenommen werden können. Somit sind sie wirkungslos.

  3. Kaffee, schwarzer Tee (Coffein)

    Coffein aus Tee und Kaffe wirken mit Schmerzmitteln wie Doping und bringen jede noch so ruhige Hand zum Zittern.

    Gleichzeitige Einnahme von Kaffee und Eisenpräparaten verhindert die Aufnahme von Eisen ins Blut. Das Eisen würde ungenutzt ausgeschieden.

    Gefährlicher ist die Wechselwirkung von Coffein mit dem Asthmamittel Theophyllin: Die Wirkung von Theophyllin würde deutlich verstärkt.

  4. Obstsäfte, Wein, oder andere säurehaltige Getränke

    Kautabletten gegen Magenschmerzen (Kompensan®, Gelusil®, Talcid®,.Riopan®....)solllten nicht mit säurehaltigen Getränken oder Lebensmitteln zusammen eingenommen werden.

    Die Tabletten nach Anweisung kauen, lutschen und ein Glas Wasser hinterhertrinken. 2 Stunden dananch erst wieder an Saft, Wein oder saure Stäbchen denken (falls es der Magen überhaupt erlaubt...).

    Warum? Die eigentlich fest in den Schichtgittern der Tabletten sitzenden Aluminiumsalze werden gelöst und gelangen dann in nicht ungefährlichen Mengen ins Blut. Im ungünstigen Fall treten Verwirrtheitszustände auf.

  5. Alkohol

    Die Wechselwirkung von Medikamenten und Alkohol sind allen bekannt.

    Besonders stark sind Wechselwirkungen mit Arzneimitteln der folgenden Gruppen: Antiepileptika, Antidepressiva, Psychopharmaka, Schlafmitteln, starken Schmerzmitteln und Blutdruckmitteln.

  6. Lakritz

Wussten Sie schon, dass regelmäßig in großen Mengen (>50g/Tag) genossene Lakritzprodukte unseren Mineralhaushalt erheblich durcheinanderbringen? Ein kortisonähnlicher Stoff des Süßholzes (Rohstoff des Lakritz) ist dafür verantwortlich. Wechselwirkungen treten auf mit allen Blutdruck- und Entwässerungsmitteln.


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Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!
Ihr Team der Bergischen Apotheke


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