... und wie klappt ihr Stuhl?

Wie funktioniert unsere Verdauung?

Wie nehmen täglich ca. 2 Liter Flüssigkeit durch Trinken und Essen von Obst, Gemüse und Salat zu uns. Der Speisebrei wird im Dünndarm in seine Nährstoffe zerlegt. Der nicht verwertbare Rest wandert weiter in den Dickdarm. Dabei wird ihm Wasser entzogen, bis sich ein halbfester Stuhl gebildet hat. Bei entsprechender Füllung wird die Darmtätigkeit angeregt und es erfolgt der Stuhlgang. Dies kann täglich oder weniger häufig geschehen. Auch ein regelmäßiger Stuhlgang 2x pro Woche ist aus medizinischer Sicht normal!

Wie entsteht eine Verstopfung?

Wird dem Stuhl zuviel Wasser entzogen, wird der Darm träge und die Darmentleerung mühsam bis schmerzhaft. Schuld daran ist in aller Regel eine unausgewogene Ernährung, zu geringer Flüssigkeitsaufnahme, zu wenig Bewegung, Stress und manchmal bestimmte Medikamente. Wenn man länger als 5 Tage keine Verdauung hatte, kann es vorkommen, dass der Stuhl so weit eindickt, dass er hart wird und eine spontane Darmentleerung nicht erfolgt.

Wie kann man Verstopfung vermeiden?

3 einfache Regeln:

Erst, wenn solche Maßnahmen keinen Erfolg haben, darf man den Darm mit einem Abführmittel unterstützen!

Welche Abführmittel sind geeignet?

Die meisten Abführmittel erhöhen die Füllmenge des Darms und erweichen den Stuhl.

Quellstoffe (Arzneimittel aus Leinsamen, Flohsamen oder synthetische Quellmittel)

Diese Abführmittel quellen im Darm auf und halten eine große Menge Wasser wie ein Schwamm fest. Der verhärtete Stuhl wird aufgeweicht und eine Entleerung ist leichter. Wichtig: Wenn man nicht genug zusätzlich trinkt, können diese Mittel nicht quellen und dem Körper werden zu viel Wasser und darin gelöste Salze entzogen. Wirkungseintritt: diese besonders schonende und zuverlässige Wirkung erfordert anfangs etwas Geduld. Der Wirkung tritt nach 2-3 Tagen ein.

Bewertung: eine nebenwirkungsarme Methode, die auch zur Daueranwendung geeignet ist!

Osmotisch wirksame Abführmittel (Bittersalz, Glaubersalz, Lactulose, ....)

Diese Salze oder Säuren werden vom Körper nicht aufgenommen, bleiben im Darm und ziehen dort Wasser an. Dadurch wird der Stuhl weich und das Stuhlvolumen erhöht.

Wichtig: Zu viel Salz und zu wenig Flüssigkeitszufuhr führt zu Austrocknungserscheinungen und zu einem verspäteten Wirkungseintritt! Bei richtiger Einnahme tritt die Wirkung nach 10-12 Stunden ein!

Bewertung: Bitter- und Glaubersalz sind als kurzfristige Hilfe praktisch nebenwirkungsfrei.

Lactulose ist ein nebenwirkungsarmes Abführmittel, sehr gut zur regelmäßigen Eerweichung des Stuhls geeignet.

Pflanzliche Abführmittel und chemische mit ähnlichem Wirkungsmechanismus

Achtung!!! Kein regelmäßiger Gebrauch!!!

Diese Medikamente enthalten Sennesblätter, Faulbaumrinde, Rhabarber, Aloe oder Bisacodyl und Natriumpicosulfat. Auch sie erhöhen über einen speziellen Wirkungsmechanismus die Wassermenge im Darm, allerdings entziehen sie körpereigenes Wasser und viele wichtige Salze. Bei Einmalgebrauch ist das nicht schlimm, bei Dauergebrauch führt der Salzverlust dazu, dass die Darmmuskulatur so erschlafft, dass sich der Darm von alleine nicht mehr bewegt. Das heißt, man nimmt noch mehr Abführmittel, muss sogar die Dosis steigern, hat noch mehr Salzverlust .... ein Teufelskreis, aus dem es sehr schwer wird, auszusteigen. Wenn man aber bedenkt, wie groß die Wechselwirkungen bes. mit Herzmedikamenten sind, lohnt sich eine Umstellung auf eine andere Lebensweise oder nebenwirkungsärmere Medikamente (s.o.)

Beurteilung: Akutbehandlung OK, regelmäßige Einnahme schädlich! Also Vorsicht bei Kräuterlax®, Dulcolax®, Laxoberal®, Agiolax® und Co....

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen immer zur Verfügung!

 

 

Ihr Team der Bergischen Apotheke

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