Tabus helfen nicht weiter.
Hämorriden



Was sind Hämorriden?

Hämorriden sind Blutgefäßpolster, die ringförmig den Enddarm umgeben. Sie verschließen den After gas- und flüssigkeitsdicht. Von Hämorridenbeschwerden spricht man erst dann, wenn sich die Blutgefäßpolster knotenförmig erweitern. Sie kennen das gleiche von Krampfadern. Gemeinsame Kennzeichen beider Erkrankungen sind überdehnte Venen und Ödembildungen.

Je nach Lokalisation unterscheidet man zwischen inneren und äußeren Hämorriden. Innere Hämorriden kann nur der Arzt diagnostizieren. Hauptsymptom ist die schmerzlose Blutung, wenn die dünne, empfindungslose Oberfläche einreißt. Haben die Hämorriden eine bestimmte Größe erreicht, treten sie über den äußeren Schließmuskel nach außen. Das nennt man äußere Hämorriden. Anfangs sind sie kaum tastbar (Stadium 1), manchmal ziehen sie sich auch wieder in ihre ursprüngliche Lage ins Innere zurück (Stadium 2). In späteren Erkrankungsstadien lassen sich die Hämorriden nur noch mit dem Finger (Stadium 3) oder gar nicht mehr in den After zurückschieben (Stadium 4).

Die Folge: der After kann nicht mehr dicht schließen. Es kommt zu Juckreiz, Nässen und Brennen. Schmerzen treten auf, wenn die Gefäßwände beim Stuhlgang einreißen. Die Analschleimhäute können sich entzünden. Auffällig ist mitunter der Abgang von hellrotem Blut mit dem Stuhl.

Ursachen

- angeborene Bindegewebsschwäche
- Bewegungsmangel (sitzende Berufe!)
- Übergewicht
- häufige Verstopfung durch falsche, ballaststoffarme Ernährung!!!
- starkes Pressen beim Stuhlgang!
- regelmäßige Einnahme bestimmter Abführmittel!
- Schwangerschaft
- Übermäßiger Genuss von Alkohol, Coffein, Nicotin, Gewürzen und Süßigkeiten.

Symptome

Das Krankheitsbild ist nicht einheitlich. Symptome sind:
Juckreiz, Nässen und Entzündungen am Afterrand, Schmerzen und Blutabgang.

Therapeutische Maßnahmen

Hämorriden im Stadium 1 und 2, mit juckenden und schmerzenden Beschwerden, lassen sich mit Salben und Zäpfchen lindern. Das richtige Auftragen einer Salbe ist wichtig für den Therapieerfolg! Es genügt nicht, die Salbe im äußeren Bereich aufzutragen, sondern sie sollte in den Analkanal gebracht werden. Spezielle Applikatoren liegen den Präparaten oft bei. Zäpfchen eignen sich vor allen als Anwendung für die Nacht.

Meistens enthalten diese Arzneimittel mehre Inhaltsstoffe:

- schmerz- und juckreizstillende Lokalanästhetika
- adstringierende (zusammenziehende) Bestandteile wie Aluminiumsalze oder Hamamelis-extrakt wirken blutungsstillend
- Zinkoxid sorgt für eine schützende Abdeckung der Schleimhaut und wirkt leicht entzündungshemmend
- Gefäß- und kapillarabdichtende Rosskastanienextrakte
- Wundheilungsfördernde Substanzen

Präparatebeispiele: Faktu akut®, Rectosellan®, Mastu®, Haemo-Exhirud®, Hämoagil®

Wichtige, begleitende Maßnahmen

- Sorgen Sie für eine ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Salat, Gemüse)! Das ist deshalb wichtig, weil übermäßiges Pressen beim Stuhlgang die Entwicklung der Hämorriden fördert. Empfehlenswert ist eine zusätzliche Einnahme von Quellmitteln (Leinsamen, Movicol®, Metamucil®) bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr!!! 2 Liter Tee, Wasser oder verdünnte Säfte täglich! So wird der Darm "umtrainiert", der Stuhlpassage wird verkürzt, der Stuhl wird weich und voluminös!
- Werden Sie aktiv! Ideal sind Laufen, Schwimmen, Rad fahren, Wandern.
- Sorgfältige Analhygiene ist unverzichtbar, denn sich zersetzende Stuhlreste reizen die Schleimhäute, begünstigen Entzündungen und die Entwicklung von Bakterien und Pilzen, was wiederum zu Infektionen und Ekzemen führen kann. Nach dem Stuhlgang den After mit weichem Papier vorputzen, danach mit feuchtem Toilettenpapier oder Einmalwaschlappen und lauwarmen Wasser reinigen und vorsichtig trockentupfen!
- Hilfreich sind lauwarme Sitzbäder mit Kamillenextrakten (Kamillosan®) oder 6-8 Tropfen Teebaumöl. Die Badezeit darf 10 Minuten nicht überschreiten.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Bei länger anhaltenden Beschwerden sollten Sie den Arzt aufsuchen. Nur ein Arzt kann andere Ursachen für Ihre Beschwerden ausschließen! Bei Blutabgang während des Stuhlganges. Blutungen könnten auch ein Hinweis auf andere Erkrankungen sein, die nur ein Arzt ausschließen kann. Bei Hämorriden im fortgeschrittenen Stadium kann ein operativer Eingriff nötig sein. Die Fachärzte für diesen Fachbereich heißen Proktologen.


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Ihr Team der Bergischen Apotheke

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