Zecken



Wie kommt es zum Zeckenstich?

Zecken (Larve, Nymphe, Adulti), die Blut saugen wollen, sitzen normalerweise regungslos an der Spitze von Gräsern oder anderen Pflanzen, etwa in 1 bis 1,5 m Höhe. Aufgrund bestimmter Signale (z. B. Buttersäure im Schweiß) erkennen sie, dass ein Wirtstier in der Nähe ist und werden aktiv. Entgegen der landläufigen Meinung lassen sie sich nicht von den Bäumen bzw. Sträuchern fallen, sondern müssen vom Wirt abgestreift werden. Bereits ein für Sekundenbruchteile bestehender Kontakt reicht dafür aus.
Die verschiedensten Wirbeltiere werden von der Zecke Ixodes ricinus befallen: Igel, Hasen, Wild (z. B. Reh- und Rotwild), Haustiere (z. B. Hunde, Katzen, Kühe, Schafe und Pferde), Vögel, Reptilien und der Mensch. Die wichtigsten Wirte sind allerdings kleine Säugetiere wie Mäuse.
Befindet sich die Zecke auf dem Wirt, sucht sie nach einem geeigneten Ort für die Blutmahlzeit (warm, feucht, gut durchblutet, mit dünnen Hautpartien). Das kann unter Umständen mehrere Stunden dauern - eine gute Gelegenheit für den Menschen, die Zecke vorher zu entfernen.


Bevorzugte Einstichstellen beim Menschen sind die behaarte Kopfhaut, Ohren, Hals-, Arm- und Kniebeugen sowie Hände und Füße.

Zecken besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge, womit sie innerhalb von 5 bis 15 Minuten die Haut aufschneiden und sich mit dem stachelbesetzten Saugorgan in der Haut verankern. Wegen der betäubenden Wirkung des Zecken-Speichels ist der Stich schmerzlos.

Bei Zecken handelt es sich um Poolsauger, das heisst sie stechen nicht ein kleines Blutgefäß an, sondern schaffen eine Wundhöhle, die Blut, verdaute Wände der kleinsten Blutgefäße, aufgelöste Zellen und Gewebssaft enthält. Der Saugakt dauert je nach Zeckenstadium drei bis zwölf Tage. Während des Saugaktes wird in großen Mengen Zeckenspeichel produziert. Mit ihm können Krankheitserreger auf den Wirt übertragen werden. Andererseits kann die Zecke mit der Blutmahlzeit auch Krankheitserreger vom Wirt aufnehmen.


Infektionen durch Zeckenstiche vermeiden – aber wie?

Alle Versuche, Zecken im Freiland zu bekämpfen, sind bisher wegen mangelhafter Umweltverträglichkeit oder Wirksamkeit gescheitert. Aus dem Sichtwinkel des Umweltschutzes ist es zudem fraglich, ob dieser Ansatz sinnvoll ist. Der einfachste Weg, Infektionen durch Zeckenstiche zu vermeiden, ist, sich grundsätzlich von den Lebensräumen der Zecken fernzuhalten. Viele Menschen wollen aber verständlicherweise nicht auf Erholung im Grünen verzichten oder sie leben und arbeiten in diesen Gebieten. Für sie ist es deshalb ganz wichtig, bestimmte Verhaltensregeln zu beachten. So sollte sich jeder, der innerhalb Deutschlands oder im Ausland eine Urlaubsreise unternehmen möchte, die mit Campen, Wandern, Beerenpflücken und anderen Aktivitäten im Grünen verbunden ist, vorher erkundigen, ob das Urlaubsziel in einem FSME-Gebiet oder in einer Gegend mit erhöhter Anzahl von Borreliose-Fällen liegt. Auskunft erteilt zum Beispiel die für das Urlaubsziel zuständige Gesundheitsbehörde. Auch wer aus der Stadt aufs Land zieht, sollte sich beim örtlichen Gesundheitsamt, in Apotheken oder bei Ärzten über das FSME- und Borreliose-Risiko am neuen Wohnort erkundigen. Gegen FSME kann man sich impfen lassen, gegen Borreliose steht in Deutschland derzeit noch kein Impfstoff zur Verfügung.

Während des Aufenthaltes in einem Zeckenbiotop helfen wenige Verhaltensregeln Zeckenstiche zu vermeiden:

- Im Wald die Wege benutzen, nicht durch dichtes Unterholz gehen.
- Durch geschlossene, helle Kleidung Zeckenstiche vermeiden (geschlossene Schuhe, lange Strümpfe, lange Hosen, langärmelige Oberbekleidung).
- Einreiben mit insektenabwehrende Mitteln. Das bietet zwar keinen absoluten Schutz, kann aber für etwa zwei Stunden hilfreich sein. Ein Ersatz für andere vorbeugende Maßnahmen ist dies aber nicht.
- Möglichst alle zwei Stunden, spätestens aber nach Beendigung des Aufenthaltes in einem Waldgebiet, Kleidung und Körper systematisch nach Zecken absuchen, besonders die behaarte Kopfhaut, Ohren, Hals-, Arm- und Kniebeugen sowie Hände und Füße.


Was tun nach einem Zeckenstich?

Eine festsitzende Zecke sollte, sobald sie entdeckt wurde, mit einer Pinzette, oder, wenn diese nicht verfügbar ist, mit den Fingernägeln so nahe wie möglich an der Haut gegriffen und mit einem Ruck gerade nach hinten aus der Haut gezogen werden. Eine bestimmte Drehrichtung hat beim Herausziehen entgegen der landläufigen Meinung keine Bedeutung. Wichtig ist vielmehr, dass der Hinterleib der Zecke möglichst nicht geknickt oder gequetscht wird, um zu vermeiden, dass FSME-Viren aus den Speicheldrüsen oder Borrelien aus dem Zeckendarm in die Wunde gelangen. Es wird dringend davon abgeraten, in der Haut sitzende Zecken mit Hilfe von Öl, Alkohol, Nagellack oder Klebstoff abzutöten, weil dadurch ihr Speichelfluss und damit die Übertragung von Krankheitserregern gefördert wird. Die Stichstelle und die Hände sollten nach Möglichkeit desinfiziert werden. In der Haut verbleibende Mundwerkzeuge der Zecke werden binnen Tagen abgestoßen. Geschieht dies nicht oder entzündet sich die Stichwunde, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Die Einstichstelle muss in den nächsten vier Wochen beobachtet werden, um anhand eines eventuell auftretenden Erythema migrans (eine rote kreisförmige, nach außen wandernde Rötung um die Einstichstelle) eine Borrelien-Infektion rechtzeitig zu erkennen! Wenn die Infektion mit Borrelien früh erkannt wird, lässt sich die Erkrankung gut mit Antibiotika behandeln.


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Ihr Team der Bergischen Apotheke

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